Krise in Kalamata: Katerina über die Situation vor Ort
von Stefanie Zander
Katerina verzweifelt über Situation vor Ort – Dringender Appell an die Stadtverwaltung
Die Lage für die Streunertiere in Kalamata (Griechenland) hat einen neuen, dramatischen Tiefpunkt erreicht. Nachdem die städtischen Versorgungsprogramme im Juni komplett eingestellt wurden, kämpfen die Tierschützer vor Ort einen fast aussichtslosen Kampf. Um auf die unhaltbaren Zustände aufmerksam zu machen, suchte Katerina Pezoni, die Leiterin des von uns unterstützten Shelters und Präsidentin des örtlichen Tierschutzvereins, nun das direkte Gespräch im Rathaus.
Gemeinsam mit Vorstandsmitglied Patrick Asimakopoulos traf sich Katerina gestern Nachmittag mit dem neu ernannten stellvertretenden Bürgermeister Giannis Douvas. Und sie kam nicht allein: Um den Politikern die nackte Realität vor Augen zu führen, brachte sie fünf der jüngsten Notfälle direkt mit ins Rathaus – darunter einen völlig vernachlässigten Griffon-Mischling, eine dringend zu kastrierende Hündin vom Yachthafen und einen verletzten Hund aus Amfeia.
Kompletter Stopp der städtischen Hilfe im Juni
Der Grund für den Besuch ist akut: Ende Juni lief das städtische Programm zur tierärztlichen Behandlung von Streunern aus. Bereits Mitte Juni wurde zudem das so wichtige Kastrationsprogramm gestoppt. Seitdem bricht die Versorgung komplett zusammen. Während die Stadtverwaltung bei Bitten um Hilfe oft nur auf die bereits getätigten Ausgaben verweist, tragen die Freiwilligen die Hauptlast – finanziell wie emotional.
„Ich suche nicht gern Konflikte, aber ich kann die mangelnde Kooperation angesichts der Schwere des Problems nicht länger hinnehmen“, berichtet Katerina sichtlich erschöpft. „Wir sind Freiwillige und geben trotzdem dreimal so viel aus wie die Gemeinde. Wir kämpfen jeden Tag auf der Straße und leben in ständiger Angst unter einer unermesslichen emotionalen Last. Egal wie viel Geld ausgegeben wird: Ohne Prävention wird es niemals nachhaltige Erfolge geben.“
Katerina machte im Rathaus unmissverständlich klar, dass die Arbeit der Tierschützer Respekt und Anerkennung verdient, anstatt blockiert zu werden. Es sei den Ehrenamtlichen schlicht unmöglich, jeden der unzähligen täglichen Notrufe auf eigene Kappe zu übernehmen.
Katerinas Kernforderungen für eine nachhaltige Lösung
Um die Krise langfristig in den Griff zu bekommen, hat der Tierschutzverein Kalamata der Stadt einen klaren Maßnahmenkatalog vorgelegt:
- Lückenlose Kastrationsprogramme: Die Kastrations- und Tierarztprogramme dürfen niemals unterbrochen werden. Für bürokratische Verzögerungen muss die Gemeinde einen alternativen Notfallplan bereithalten. Zudem müssen endlich die verschobenen Massenkastrationen für Katzen starten.
- Fokus auf Brennpunkte: Organisation einer sofortigen Behandlungs- und Kastrationskampagne in den umliegenden Roma-Siedlungen, die derzeit eine der Hauptursachen für die unkontrollierte Vermehrung der Tiere sind.
- Systematische Kontrollen: Konsequente Überprüfung von Tierwohl, Mikrochip-Kennzeichnung und Registrierungen, um ausgesetzte oder frei herumlaufende Haustiere von echten Streunern zu unterscheiden.
- Aufklärung & Adoption: Umsetzung der bereits vom Verein vorgeschlagenen, kostengünstigen Ideen – wie Informationsbroschüren, die den städtischen Wasserrechnungen beigelegt werden, sowie die Einrichtung einer Online-Adoptionsplattform.
Gemeinsam für die Tiere in Kalamata
Katerinas Fazit ist eine eindringliche Warnung: Wenn die Stadtverwaltung nicht augenblicklich in enger Absprache mit den Tierschützerinnen und Tierschützern vor Ort einen umfassenden Aktionsplan entwickelt und umsetzt, wird das Problem der streunenden Tiere vollends eskalieren.
Als deutscher Partnerverein stehen wir fest an Katerinas Seite. Wir unterstützen den Shelter so gut wir können, doch die Gemeinde vor Ort muss endlich ihre gesetzliche und moralische Verantwortung übernehmen! Wir halten euch über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.
Ihr wollt uns helfen die Kosten für die Versorgung der aktuell Notfälle zu decken?
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2 Kommentare
Ganz großartig – nur so gehts!
Eure Initiative, euer Engagement sind vorbildlich, aber ohne die Politik werden wir es nicht schaffen. Es muss ein Umdenken in der Bevölkerung stattfinden und dafür müssen auch die politischen Verantwortungsträger mit ins Boot!
Ihr habt so gute Ideen & Vorschläge, die auf lange Sicht erfolgversprechend sind.
Die emotionale Last bleibt – die kann euch keiner abnehmen. Ich bewundere eure Arbeit, deshalb hab ich zwei griechische Tierschutzhunde (seit 20.5.26 eure Hazel) und unterstütze euch jeden Monat mit 50€.
Bitte gebt nicht auf❣️🫶
Liebe Grit,
vielen Dank. Oft sind wir sehr müde, da letzendlich nur die Bevölkerung in Griechenland etwas ändern kann. Ich hoffe sehr, euch und Hazel geht es gut. Danke für alles.
Liebe Grüße
Rena